So, da fährt ein Auto mit einem unbekannten Kennzeichen vor Ihnen. Aber aus welcher Stadt oder Region kommt es? Seit der Kennzeichenliberalisierung 2012 fahren immer mehr neue bzw. alte Kennzeichen auf Deutschlands Straßen. Was sich dahinter verbirgt, hier erfahren Sie es!

Ob jung oder alt – auf einer Autofahrt begegnen einem immer wieder unbekannte Kennzeichen, daher haben wir für alle Unterscheidungszeichen in Deutschland die Informationen zusammengetragen – egal ob auslaufend oder aktuell. Über 800 unterschiedliche Kennzeichen fahren durch Deutschland, da kann man schnell den Überblick verlieren. In einer Liste der deutschen Kennzeichen können Sie nach belieben recherchieren und suchen.

Kennzeichenliberalisierung

Bis zur Kennzeichenliberalisierung 2012 durfte pro Zulassungsbezirk nur ein Kennzeichen zugelassen werden. Im Zuge von Kreisreformen zwischen 1956 und 2012 verschwanden viele geliebte Kennzeichen aus dem Straßenbild. Für viele gingen damit die Identitäten der Kleinstädte und Regionen verloren. Daher kommt seit 2012 in vielen Landkreisen der Wunsch auf, die alten Kennzeichen wieder vergeben zu dürfen. Die Handhabung ist jedem Kreis überlassen, daher sprechen sich die Landräte in manchen Kreisen auch gegen eine Wiederzulassung eines Altkennzeichen aus. Hier wird manchmal das Zusammengehörigkeitsgefühl des gesamten Landkreises herangezogen.

Kommen die Fahrer wirklich aus der Region des Kennzeichens?

Wo der Fahrer wohnt, dass kann man natürlich nicht wissen. Aber bis 2014 musste zumindestens der Fahrzeughalter sein Auto bei Umzug ummelden. Daher konnte man in der Regel sehr gut erkennen in welcher Region sich das Auto normalerweise aufhält. Die Ummeldung ist allerdings seit 2015 nicht mehr nötig. Daher fährt wohl der eine oder andere mit seinem alten Kennzeichen durch die Straßen der neuen Region – ohne dass man den aktuellen Wohnsitz erahnen kann.

Aufbau des deutschen KFZ Kennzeichens

Das deutsche Kennzeichen besteht aus zwei Bereichen.

Unterscheidungszeichen

Als Unterscheidungskennzeichen werden die ersten ein bis drei Buchstaben genannt, die den Verwaltungsbezirk der Zulassungsbehörde wiedergibt. Seit 2012 können auch Unterscheidungszeichen zugelassen werden, die vor 2012 vergeben worden sind. Wenn ein Unterscheidungszeichen aufgehoben ist, darf der Fahrzeughalter bis zur Außerbetriebssetzung des Fahrzeugs noch mit dem Kennzeichen weiterfahren.

Erkennungsnummer

Der zweite Teil des Kennzeichens besteht aus der Erkennungsnummer die aus einem oder zwei Buchstaben besteht. Hier sind alle deutschen Großbuchstaben außer den Umlauten Ä, Ö und Ü zulässig. Bei Behörden entfallen die Buchstabenkombinationen und es sind nur, wie bei allen Kennzeichen auch, die Ziffern zugelassen (einer bis vier Ziffern). Die Erkennungsnummer ist in der Regel wählbar und oft wird hier versucht einen Namen, ein Wort oder eine für den Fahrzeughalter merkbare Kombination zu wählen.

Kompletten Namen im Nummernschild

In manchen Städten, Landkreisen oder Regionen können die Autofahrer den kompletten Namen mit dem Unterscheidungszeichen und der Erkennungsnummer bilden. So wählen die Fahrzeuglenker in folgenden Städten und Regionen gern diese Kombinationen:

  • Brake (BRA:KE)
  • Cham (CHA:M)
  • Daun (DAU:N)
  • Heide (HEI:DE)
  • Hof (HO:F)
  • Kiel (KI:EL)
  • Lauf (LAU:F)
  • Nebra (NEB:RA)
  • Ulm (UL:M)
  • Unna (UN:NA)
  • Plön (PLÖ:N)
  • Regen (REG:EN)
  • Syke (SY:KE)
FE-Schrift für Kennzeichen
FE-Schrift der Kennzeichen

Kennzeichen Schrift

Die Schrift die derzeit für die KFZ Kennzeichen verwendet wird ist die sogenannte FE-Schrift. Sie wurde in den 1970er Jahren von der Bundesanstalt für Straßenwesen beauftragt mit der Bedingung, dass der Kennzeichenmissbrauch nicht mehr möglich sei. Der Schriftengestalter Karlgeorg Hoefer beauftragt der die FE-Schrift, die fälschungserschwerende Schrift, entwickelte. Früher konnte man aus einem P mit Farbe ein R oder aus einer 3 eine 8 umwandeln.

Geschichte des Kraftfahrzeugkennzeichen

Die ersten Kennzeichen wurden bereits im Römischen Reich angebracht – damals noch als Nummerierung der römischen Streitwagen. Erst viel später wurden im 17. Jahrhundert die Kutschen in England mit Tafeln, auf den das Familienwappen aufgemalt war, ausgestattet.

In Deutschland begannen die Behörden zwischen 1870 und 1890 Nummernschilder für Fahrräder vorzuschreiben, denn es kam zu Fällen von Fahrerflucht. Ab dem Jahr 1907 gab es im Deutschen Reich ein einheitliches System an allen Kraftfahrzeugen.

Wer hat das Autokennzeichen?

Ein klassisches Spiel für lange Autofahrten das Erraten von Kennzeichen. Bisher war mit etwas Übung die gängigsten Kennzeichen im Kopf abgespeichert, doch seit der Kennzeichenliberalisierung muss man oft nach einer Liste mit den Kennzeichen suchen. Gerade die dreistelligen Unterscheidungszeichen machen es nicht gerade einfach: komplette Liste der KFZ Kennzeichen in Deutschland.

Was für Kennzeichen gibt es in Deutschland?

  • Standardkennzeichen
  • Behördenkennzeichen
  • Rotes Kennzeichen
  • Grünes Kennzeichen
  • H-Kennzeichen
  • Saisonkennzeichen
  • Ausfuhrkennzeichen
  • Kurzzeitkennzeichen
  • Wechselkennzeichen
  • Versicherungskennzeichen
  • E-Kennzeichen

Standardkennzeichen

Behördenkennzeichen

H-Kennzeichen

Saisonkennzeichen

E-Kennzeichen

Wenn bei einem Kennzeichen nach der Ziffernfolge noch ein weiteres E geprägt ist, dann deutet dies darauf hin, dass das Auto ein Elektroauto ist. Zur Förderung der Elektromobilität genießen die Fahrer eines solchen Kennzeichens gewisse Privilegien. So dürfen die Elektroautos in manchen Kommunen kostenlos parken oder auf abgetrennten Busspuren fahren. Diese Möglichkeiten wurden durch das Eletromobilitätsgesetz geregelt. Ob die Privilegien auch in Ihrer Kommune gelten, können Sie beim lokalen Straßenverkehrsamt erfragen. Neben den reinen Elektroautos erhalten auch Hybride und Fahrzeuge mit Brennstoffzellen derzeit ein solches E-Kennzeichen.

Welche Kennzeichenformate gibt es?

Standardkennzeichen

Kennzeichen mit Engschrift

Verkürztes zweizeiliges Kennzeichen

Verkleinertes Kennzeichen